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Der Kauf bei einem Händler
Ein Pferd bei einem Händler zu kaufen hat einige Vorteile: der Händler
kauft die Pferde, die er dann weiterverkauft, selbst. Er kennt sich bestens mit
Pferden aus und wird selbst lediglich die Besten kaufen. Ein gewissenhafter
Händler hat selbst ein Interesse daran, ausschliesslich hochwertige und gesunde
Pferde anzubieten, wenn er diese schnell weiterverkaufen möchte. Zudem wird der
Verkauf von mangelhaften Pferden seinem guten Ruf schaden. Sollten Probleme mit
dem Wunschpferd auftauchen, besteht im Allgemeinen die Möglichkeit, das Pferd
(auf Garantie) gegen ein anderes einzutauschen. Der grösste Nachteil ist der
Preis, der oftmals höher ausfällt als beim Kauf bei einer Privatperson oder
einem Züchter. Ausserdem ist es nahezu unmöglich, von einem Händler
aussagekräftige Informationen über die Vergangenheit des Pferdes zu erhalten.
Der Kauf im Aussland ist mir einem erhöhten Risiko verbunden und sollte am besten vermieden werden: bei Problemen wird
es schwierig, die Einhaltung der Garantie durchzusetzen (selbst wenn eine
schriftliche Garantie vorliegt, werden rechtliche Schritte problematisch), und
es gibt nahezu kein Rückgaberecht. Wenn Sie eine tierärztliche Untersuchung vor
dem Kauf vornehmen lassen wollen, können Sie nicht Ihren üblichen Tierarzt
anrufen und riskieren, einen Tierarzt zu Rate ziehen zu müssen, der vielleicht
mit dem Händler befreundet oder bekannt und daher nicht neutral ist...
Der Kauf bei einem Züchter
Ein Pferd direkt vom Züchter zu kaufen kann ebenfalls eine gute Lösung
darstellen: hier gibt es garantiert keine Geheimnisse über die Vergangenheit
des Pferdes, das meistens noch als Fohlen oder Jungpferd verkauft wird. Allerdings
bedeutet dies, dass man oftmals noch zu warten hat, bis das Pferd eingeritten
werden kann. Weiterhin ist die Erziehung eines Jungpferdes nicht jedermanns
(und -fraus) Sache und sollte erfahrenen Reitern überlassen werden - selbst
wenn Sie über die notwendige Erfahrung verfügen, werden Sie zudem
wahrscheinlich die Unterstützung eines Profis in Anspruch nehmen müssen.
Der Kauf bei einer Privatperson
Viele Privatpersonen verkaufen ihr Pferd - zumeist aus guten Gründen und
ausschliesslich an einen guten Platz. Der Hauptnachteil besteht darin, dass man
bei Privatpersonen jeweils nur ein Pferd auf einmal begutachten und
kennenlernen kann. Man wird also mehr Zeit brauchen, bis man den passenden
Partner auf vier Hufen gefunden hat. Sollte man sich für den Kauf entscheiden,
besteht dann natürlich nicht die Möglichkeit, dies später gegen ein anderes einzutauschen.
Der grosse Vorteil allerdings ist, dass vielen Privatpersonen das Wohlbefinden
ihres Pferdes wichtiger ist als der Verkaufspreis; daher sind die Preise im
Allgemeinen niedriger als bei Händlern.
Versuchen sie auch, den wirklichen Grund für den Verkauf des Pferdes
herauszufinden. Hin und wieder kommt es vor, dass ein Pferd schlechte
Gewohnheiten angenommen hat oder gar dem Besitzer Angst einflösst. Natürlich
wird man das nicht geradeheraus zugeben, oftmals wird ein Vorwand angegeben. Da
es bei Privatpersonen 1001 verschiedene Gründe für einen Verkauf geben kann,
wird hier nicht weiter auf dieses Thema eingegangen. Behalten Sie beim
Pferdekauf aber doch im Auge, dass es leider nicht immer zu 100 % ehrlich auf
dieser Welt zugeht. Gehen Sie also mit gesundem Menschenverstand und ein wenig
Misstrauen an die Sache heran und versuchen Sie immer, den Grund für den
Verkauf in Erfahrung zu bringen.
Checkliste für den Kauf bei einem Händler (gilt
teilweise auch für den Kauf beim Züchter):
- Gehen Sie ohne vorherige
Anmeldung zum Händler; so werden Sie die Pferde im Normalzustand sehen,
ohne dass diese extra für potentielle Käufer vorbereitet wurden.
- Schauen Sie sich auch den
Zustand des Stalles und der Einrichtungen an; das zeigt, wie der Händler
arbeitet. Ein dunkler und schlecht gelüfteter Stall heisst oftmals, dass
das Wohlbefinden der Pferde nicht die oberste Priorität hat. Natürlich
gibt es aber auch da goldene Käfige... ein Picobello-Stall, der nur eine
Miniweide für 20 oder 30 Pferde hat, wäre wiederum ein Zeichen dafür, dass
der Händler Wert auf sein Ansehen legt, dass aber die Pferde hierfür
zurückstecken müssen.
- Gehen Sie mit einem alten Auto,
damit man gleich sieht, dass Sie kein Millionär sind. Denn der Kaufpreis
eines Pferdes steht selten auf einem am Schwanz angeklebten Preisetikett.
- Zeigen Sie keine Gefühle, indem
Sie auf Ihr Traumpferd zustürzen. Seien Sie nicht zu begeistert, sondern
eher zurückhaltend.
- Fragen Sie nach dem Preis,
bevor Sie Probe reiten.
- Versuchen Sie mehrere andere
Pferde, bevor Sie das Pferd ausprobieren, das Ihnen am besten gefällt.
- Achtung, ein Händler sieht
schnell, ob Sie sich für ein Pferd begeistern oder nicht.
- Fast alle Pferde haben
heutzutage Papiere mit Stammbaum. Wenn keine Papiere vorliegen, sollte
nach einer Garantie über das Alter des Pferdes und dessen Herkunft gefragt
werden; denn auch Tierärzte können das Alter an den Zähnen nicht immer
genau ablesen.
- Wenn Sie die grundlegenden
Informationen über Ihr Pferd nicht erhalten oder der Preis zu hoch ist: Beharren
Sie nicht auf diesem Pferd, es gibt viele andere Pferde und Verkäufer.
- Geben Sie bei Druck nicht nach,
auch wenn man Ihnen sagt, dass ein anderer Kunde interessiert sei und Sie
sich sofort entscheiden müssten. Denken Sie daran, dass gut Ding Weile
haben will.
- Gehen Sie nicht mit der
Freundin zum Händler, die ihr Herz auf der Zunge trägt...
- Bitten Sie eine Person, die
sich gut mit Pferden auskennt und möglichst auch ihr reiterliches Können
beurteilen kann und ihre Wünsche kennt, Sie beim Pferdekauf zu begleiten.
- Wenn Sie sich von Ihrem Trainer
oder Reitlehrer begleiten lassen, kann es sein, dass dieser eine
Kommission vom Händler bekommt, aber er wird Ihnen zu Beginn mit Ihrem
Pferd helfen und ein leicht höherer Preis zahlt sich dann in dem Sinne
aus, dass er sich verpflichtet fühlen wird, Ihnen bei Problemen
beizustehen.
- Kaufen Sie kein Problempferd,
weil Sie beim Preis sparen wollen. Denn ein solches wird mehr
Tierarztkosten und mehr Arbeit mit sich bringen als ein gutes Pferd.
Achtung:
- Bei einem Pferd, das man Ihnen
von einem ausgezeichneten Reiter vorstellen lässt.
- Bei einem Pferd, das man nicht
vor Ihnen anbindet (zieht/reisst am Strick und Anbindehaken).
- Bei einer dünnen und kurzen
Mähne (Dermatitis).
- Wenn ein Pferd hustet, bitten
Sie um eine Verlängerung der Garantiezeit auf zwei Monate. Einige
Hustenerkrankungen gehen vorbei, andere nicht.
- Denken Sie daran, dass ein
ängstliches Pferd immer sehr vorsichtig und ängstlich bleiben wird.
- Achtung, wenn Ihnen ein
Verkäufer vorschlägt, ein Pferd mit einem leichten Mangel für eine längere
Probezeit mitzunehmen. Er glaubt wahrscheinlich, dass Sie das Pferd über
den längeren Zeitraum hinweg ins Herz schliessen und dann trotz des
Mangels behalten werden.
- Es bringt einen selten weiter,
nach der Herkunft des Pferdes zu fragen, da hier nur wenige Händler die
Wahrheit kennen oder weitergeben. Im Allgemeinen wollen Händler weder ihre
Lieferanten noch ihre Einkaufspreise preisgeben. Und selbst wenn man Ihnen
den Vorbesitzer angibt, so wird Ihnen dieser auch nur bedingt
(wahrheitsgemäss) Auskunft erteilen.
- Achtung, wenn der Preis
unerwartet tief ist. Dahinter verbirgt sich meist ein Grund. Denn ein
gutes Pferd kostet immer seinen Preis.
- Achtung, wenn Ihnen der Händler
einen Freundschaftspreis anbietet, weil er Sie nett findet und das Pferd
es so gut bei Ihnen haben wird. Entweder er berechnet den Rabatt auf einem
aufgeblasenen Preis und gibt Ihnen das Pferd letztendlich zu einem
gerechtfertigten Preis oder aber es verbirgt sich irgendetwas hinter
dieser Geste.
- Achtung, wenn ein Pferd schon
lange bei einem Händler zum Verkauf steht. Sie fragen sich nach dem Grund?
Stellen Sie dem Händler die Frage, wird er eine Antwort finden... wobei auch
hier gesagt werden muss, dass einige gute Pferde nicht so schnell einen
Käufer finden, während andere sofort verkauft werden. Dies bleibt wohl
eines der Geheimnisse des Pferdekaufs.
- Achtung bei einem Pferd mit
Machomanieren, das einen schon von Beginn an böse anschaut.
- Es ist unmöglich,
herauszufinden, ob der verlangte Preis zu hoch oder korrekt ist. Lediglich
Ihr Budget und der Wert, den Sie dem Pferd beimessen, sind hier
ausschlaggebend. Ein Pferd ist wie ein Gemälde. Einige Pferderassen sind
teuer, weil Sie aus angesehenen Gestüten kommen, aber das heisst nicht
unbedingt, dass automatisch all diese Pferde gut sind. Besser man zahlt
einen etwas höheren Preis für sein Traumpferd und kann sich lange daran
freuen als dass man um ein paar Hundert Franken willen eine
Kompromisslösung sucht, die einen dann im Nachhinein teurer zu stehen kommt.
- Der vorgeschlagene Preis heisst
oft gar nichts, denn ein Verkäufer kann ein Pferd aus den verschiedensten
Gründen günstig oder zu teuer eingekauft haben.
Der Verkaufspreis hängt von verschiedenen Kriterien ab:
- Dem Kaufpreis
- Dem erwünschten Gewinn
- Den Kosten (Import, MwSt.,
Transport, Tierarzt usw.)
- Der Zeit, welche das Pferd im
Verkaufsstall verbracht hat und den Fortschritten, die es während dieser
Zeit gemacht hat, sowie den verursachten Kosten
- Den Qualitäten (oder Mängeln)
des Pferdes
- Ist das Pferd schon lange beim
Händler, braucht dieser vielleicht den Platz und verkauft es günstiger.
Das heisst aber nicht unbedingt, dass es sich um ein
"schlechtes" Pferd handelt; denn wie bereits oben erwähnt,
dauert es bei manchen Pferden einfach länger, bis sie einen geeigneten
Käufer finden.
- Ob seine Box gebraucht wird
- Vom Eindruck, den der Händler
vom Kunden hat
- Ob neue Pferde gekauft werden
sollen.
Allgemein gilt Folgendes:
- Egal, ob Sie ein Pferd bei
einer Privatperson, einem Händler oder Züchter kaufen wollen, gilt es
einige Punkte im Auge zu behalten.
- Kaufen Sie niemals spontan ein
Pferd. Reiten Sie mehrmals unter verschiedenen Bedingungen Probe und wägen
Sie die Vor- und Nachteile ab.
- Denken Sie langfristig: das
Pferd kostet zwar zunächst seinen Verkaufspreis, aber davon abgesehen gilt
es besonders, an den Unterhalt zu denken (Stallmiete, Tierarztkosten,
Hufschmied, Versicherungen usw.). Wenn über all das vor dem Kauf
nachgedacht wird, werden sich Pferd und Besitzer länger gemeinsam wohlfühlen.
- Nehmen Sie sich die notwendige
Zeit für Ihr Pferd - es muss sich erst an seinen neuen Stall gewöhnen und
kümmern Sie sich entsprechend seiner Haltungs- und Lebensgewohnheiten um
ihr neues Pferd.
- Denken Sie auch daran, was aus
Ihrem Pferd wird, wenn es einmal nicht mehr geritten werden kann.
- Und...
..."Im Zweifelsfall lass' es sein": beim Pferdekauf ist Vorsicht
geboten, denn man kauft ein Pferd, um viele Jahre mit ihm zu verbringen.
Daher sollte man sich seiner Sache sicher sein.
Sie haben "Ihr" Pferd
gefunden:
Worauf beim Kaufabschluss zu achten ist:
- Verlangen Sie einen Vertrag: die
Garantie gilt NUR, wenn ein Vertag vorliegt, in welchem diese verankert
ist (Art. 198, OR).
- In der Schweiz beläuft sich die
gesetzliche Garantie beim Pferdehandel (Vieh) auf 9 Tage (Art. 202 OR).
Sie gilt nur für Gewährsmängel. Allerdings wird sie von aufrichtigen Händlern
zumeist auf versteckte Mängel ausgeweitet (also Mängel, die der Händler
selbst nicht erkannt hat, z.B. kann Dermatitis, je nach Jahreszeit, erst
einige Monate nach dem Kauf auftreten). Der Händler ist nicht dazu
verpflichtet, auf offensichtliche Mängel aufmerksam zu machen; Sie müssen
selbst in der Lage sein, diese zu erkennen.
- Bei absichtlicher Täuschung
hingegen ist die Garantie unbegrenzt. Unter absichtlicher Täuschung wird
ein Mangel verstanden, der dem Händler bekannt war und von ihm absichtlich
verborgen bzw. verschwiegen wurde (Art. 203, OR).
- Verwechseln Sie die 9-tägige
Garantieperiode nicht mit einer Probezeit! Im Sinne
des Gesetzes gibt es keine Probezeit. Man kann sich lediglich gütlich auf
eine solche einigen. Sollte das der Fall sein, bitten Sie darum, dass
dieses auch so im Vertrag festgehalten wird. Wenn Sie ein Pferd allerdings
zur Probe erhalten, haften Sie dafür als wäre es Ihr eigenes.
- Bei der Übergabe des Pferdes,
muss Ihnen der Verkäufer auch dessen Papiere aushändigen und
gegebenenfalls zugesagtes Zubehör. Sollte das nicht automatisch geschehen,
bitten Sie mit Nachdruck darum (wenn alle Zahlungen ordnungsgemäss
geleistet wurden).
- Pferde werden immer noch oft
bar bezahlt. Verlangen sie eine
Quittung, die bestätigt, dass Sie die gesamte, für das Pferd verlangte
Summe bezahlt haben.
- Die Verkaufsuntersuchung ist
sehr nützlich, wenn Sie kein Fachmann sind bzw. ein teures Pferd
(Röntgenuntersuchungen der Beine) kaufen. Suchen Sie nicht nach einem
Pferd, das zu 100 % perfekt ist. Ab einem gewissen Alter haben alle Pferde
das eine oder andere geringfügige Problem. Bei positiven
Verkaufsuntersuchungen kam es schon vor, dass es dem Pferd nach einigen
Monaten wirklich schlecht ging bzw. andersherum, dass eine
Verkaufsuntersuchung eher negativ ausfiel und das Pferd dann noch 20 Jahre ohne irgendwelche
Probleme weiterlebte.
Und schlussendlich
Der Pferdekauf bleibt ein Glücksspiel! Doch mit gesundem Menschenverstand
und ein wenig Nachdenken können viele Probleme vermieden werden. Wie dem auch
sei, es gibt immer die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt: Reiter, die
ein absolutes Traumpferd unter den unglaublichsten Bedingungen gekauft oder jenes
quasi geschenkt bekommen haben...
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keine Namen.
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