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Schweiz - Russland im Sattel - Teil II
 

Schweiz - Russland im Sattel - Teil II

auf Deutsch - auf Französisch

Jessica ist zurück - mit vielen Neuigkeiten und Eindrücken von ihrem grossen Abenteuer. Wir dachten, Jessica sei irgendwo auf halbem Wege zwischen Bern und Moskau, doch weit gefehlt! Das kleine Team auf zehn Beinen, Pfoten und Hufen hat sich eine kleine Pause wohl verdient. 


Was waren noch gleich die Eckdaten der grossen Reise im Rhythmus der Hufe? Im April letzten Jahres sind Jessica und ihre zwei Pferde Lindsay und Gitan in Begleitung von Hund Yok aufgebrochen, um die Länder Osteuropas für sich zu erobern. Ihr Weg sollte sie letztendlich bis nach Russland führen.

Und was geschah dann?

Lindsay war von Anfang an schwierig; sie hatte nicht Gitans Erfahrung, der mittlerweile ein erfahrenes Wanderreitpferd ist. Nach diversen brenzligen Situationen und einem Sturz, entscheidet sich Jessica schweren Herzens für den Weg der Vernunft und beschliesst, sich von ihrer Stute zu trennen. Weiter geht es also auf lediglich vier Hufen, vier Pfoten… und zwei Beinen! Denn mit Lindsay geht das Packpferd verloren, diese Rolle muss nun Gitan übernehmen, so dass Jessica einer völlig neuen Herausforderung gegenübersteht, nämlich ihren Weg buchstäblich selbst zu gehen.   

In Tschechien tauscht sie dann doch ihr Gepäck gegen Sattel und Satteltaschen ein und nutzt die Gelegenheit, als ein Freund zu Besuch kommt, um einen Teil ihrer Habseligkeiten zurück in die Heimat zu schicken. Doch auch damit wird das Leben unserer reisenden Freunde nicht unbedingt einfacher: nicht enden wollender, wochenlanger Regen, gefolgt von einer Hitzewelle in Österreich erschöpfen die kleine Truppe und halten sie ungewollt lange auf. Dann fängt Gitan an zu lahmen. Der gerufene Tierarzt diagnostiziert eine Sehnenscheidenentzündung, womit die Fortsetzung des Projektes ernsthaft in Frage gestellt wird. Es stellt sich glücklicherweise aber heraus, dass der Grund des Lahmens vielmehr ein Abzess am Huf war - die Winterpause ist trotzdem beschlossene Sache. Daher sind die drei jetzt zwar erschöpft, aber wohlbehalten zurück in der Schweiz, um wieder Energie zu tanken und ihre Reise dann mit neuen Kräften und hochmotiviert zum richtigen Zeitpunkt fortzusetzen. 

Dies mag jetzt als ein doch sehr knapper Bericht einer fünfmonatigen Reise anmuten, doch am Ende dises Artikels werden die verschiedenen Reiseetappen noch im Einzelnen beschrieben, daher begnügen wir uns an dieser Stellen mit einem kurzen Überblick. Und wer noch mehr wissen möchte, kann sich jederzeit auf Jessicas Blog informieren: : http://suisse-russie.over-blog.com/article-20494599.htm (auf französisch oder englisch)

Gitan ruht sich also auf seiner Weide aus und Jessica nutzt die Zeit, um ein Buch über ihr erstes Abenteuer zu schreiben und herauszubringen und wir packen die Gelegenheit beim Schopf, um ihr einige Fragen zu stellen:  

1.       Ihr seid also alle drei zurück in der Schweiz. Worauf und worüber habt Ihr Euch bei Eurer Rückkehr am meisten gefreut?

Es handelt sich nicht wirklich um eine Rückkehr… es ist eher eine Zwangspause. Und ich kann nicht behaupten, dass ich mich gefreut hätte, zurück in die Schweiz zu kommen. Aber ich finde mich damit ab, denn es ist Teil unseres Abenteuers.

2.       Hattest du nie Heimweh, oder hast dich nach Freunden und Familie gesehnt oder dich einsam gefühlt?

Natürlich fühlt man sich oft einsam, insbesondere wenn Schwierigkeiten auftauchen, die man alleine überwinden muss. Wenn gerade alles schief läuft, würde ich manchmal am liebsten alles hinschmeissen und zurück in unser bequemes, modernes Leben gehen. Aber dieses Gefühl geht schnell vorbei, denn tief in meinem Inneren weiss ich, dass genau dieses bequeme Leben, das sich heutzutage jeder wünscht, nichts für mich ist. Dann gebe ich mir selbst einen Klaps und sage mir, dass ich aus diesen Schwierigkeiten und Zweifeln lerne und daran wachse! Ich würde nicht von Sehnsucht sprechen, denn diese Reise hier ist mein Traum. Wie könnte ich mich nach einem Leben sehnen, das ich hinter mir gelassen habe, um mir meinen Traum zu erfüllen!

3.       Du erzählst uns von all diesen verschiedenen Gegenden und fernen Ländern… welches waren die schönsten Etappen und warum?


Schwierig, eine auswählen zu müssen! Wenn ich mich aber entscheiden müsste, würde ich sagen Tschechien und die Slowakei. Im Sattel zu reisen scheint dort ganz natürlich und selbstverständlich. Man sieht überall Pferde und findet auch leicht Futter. Die Leute sind einfach und herzlich. Auch wenn man nicht dieselbe Sprache spricht - oder vielleicht gerade deshalb - waren meine Begegnungen dort sehr intensiv!


4.       Erzähl' uns doch noch ein bisschen mehr. Wo waren die schönsten Landschaften, wo die beste Galoppstrecke und wo dein persönliches Naturparadies?

UnmögIich, hier etwas herauszupicken. Die unberührte Natur ist in meinen Augen immer schön! Aber wenn ich wirklich eine Antwort geben muss, dann würde ich das Donautal wählen - die Landschaft dort ist atemberaubend. Böhmen in Tschechien wirkte geheimnisvoll auf mich und ich würde gerne noch einmal dorthin reisen. Die Slowakei ist wirklich "rein" und "natürlich"!

Für mich sieht man nur mit dem Herzen gut. 

Manchmal habe ich selbst die schönste Landschaft nicht so bewundert, wie sie es verdient hätte, ganz einfach, weil ich einen schwierigen Tag hinter mir hatte oder mir nicht die Zeit genommen habe, um anzuhalten und den Augenblick und die Umgebung zu geniessen!

Mein persönliches Naturparadies… es könnte überall sein, ist vielleicht mehr eine innere Einstellung als ein bestimmter Ort. Für mich heisst es einfach, mit meinem Pferd zusammen zu sein, im Sattel und weit weg von allem und besonders weg von den Städten, den betonierten Strassen und der Verschmutzung. Wenn ich mitten in der Natur bin, und die Hufe meines Pferdes, den Gesang der Vögel und den Wind in den Bäumen höre, dann habe ich mein Paradies gefunden.

5.       Aber diese Reise war nicht immer nur das pure Glück. Einige Herausforderungen hattest du ja doch zu bewältigen.

Zu Pferd zu reisen ist bereits eine gewaltige Herausforderung. Das Leben ist eine  Herausforderung. Ich gehöre zu den Menschen, die sich vielleicht nicht für die einfachste Lösung entscheiden haben, weil ich mich nicht an die Erwartungen der Gesellschaft anpasse. Natürlich hätte es seit Beginn der Reise mehr als einmal einen Grund zum Aufhören gegeben. Man muss daher eine gute Portion starken Willen und viele Ressourcen mitbringen, um durchzuhalten. Wenn man aber seit Jahren einen solchen Traum im Herzen trägt, scheint es mir unvorstellbar, dann auf einmal aufzugeben. Man muss allerdings dazu in der Lage sein, sich seine Fehler einzugestehen, die richtigen Lösungen für Probleme zu suchen und manchmal auch ein wenig Abstand zu nehmen, um eine Situation abzuschätzen. Und inbesondere diese letztgenannte Eigenschaft gehört nicht zu meinen Stärken. Aber ich lerne jeden Tag aufs Neue und versuche, soviel wie möglich aus diesen Zwängen für mich selbst mitzunehmen!

 

6.       Der Beginn mit Lindsay war schwierig. Was ist genau passiert? Und war es nicht zu schwer, dich von ihr zu trennen?

Es ist einfach passiert, dass ein Pferd ein Pferd bleibt und dass man das nie vergessen darf! Und ich habe meine vierbeinigen Partner (abgesehen von Gitan) wohl nicht besonders klug ausgewählt. Aber niemand wird mich ändern: ich bin meinem Herzen gefolgt und nicht meinem Verstand! Ich habe mich in diese Stute verliebt und wollte ihr eine Chance geben. Aber sie war wohl einfach nicht für eine solche Reise gemacht!

Ein Unfall ist schnell passiert. Sie hat sich vielleicht vor irgendetwas erschreckt, ich habe einen Moment lang nicht aufgepasst und ihre Longe ist mir entglitten. Sie ist davongelaufen und ich habe sie dann verletzt wiedergefunden. Eine Naht mit 30 Stichen für eine Dummheit, die wir hätten vermeiden können. Ich gebe ungerne auf, also haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, sobald sie sich erholt hatte. Ich habe viel von ihr gelernt, vor allem, dass ich mir mit Gitan schlechte Angewohnheiten zugelegt hatte. Nicht alle Pferde sind so beherzte Vagabunden wie er!

Die Entscheidung, mich dann wirklich von Lindsay zu trennen, ist mir alles andere als leicht gefallen. Aber es schien mir eine offensichtliche Notwendigkeit, wenn ich mein Projekt sicher zu Ende bringen wollte. Aber um die Leser zu beruhigen, sei gesagt, dass es auch Lindsay gut geht und sie ihren Gitan herzlich zur Winterpause zu Hause begrüsst hat.

7.       Sind dir angesichts dieser Probleme (Gesundheitsprobleme der Pferde, die wenig kooperative Lindsay und nicht zuletzt die Verständigungsschwierigkeiten im Ausland) niemals Zweifel gekommen?
Zweifel gehören zu einer solchen Reise dazu! Sie sind teilweise sogar der Grund für die Reise. Der Alltag ist niemals sicher, man weiss nie, was einen erwartet. Daher braucht es angesichts von Problemen viele Ressourcen und auch eine gute Personen gesunden Menschen- (oder Pferde-) Verstandes, um den Alltag bewältigen zu können.

Und dann geht man natürlich auch nicht mit der Illusion auf eine solche Expedition, dass alles nur eitel Sonnenschein sein wird. Ein Tier bleibt ein Tier, sie sind keine Maschinen, die man in der Garage abstellt und am nächsten Tag zur Weiterfahrt herausholt. Wenn man seine Tiere liebt, muss man Abstriche machen und akzeptieren, dass man geduldig sein muss oder aber endgültig aufhören.

Ich sage es noch einmal: mein Herz spricht an der Stelle der Vernunft. Andere Leute machen sich vielleicht weniger Gedanken, ein Pferd während einer Reise zu kaufen, verkaufen oder auszutauschen. Ich kann das nicht: ich hänge sehr schnell an einem Tier und überlege zuviel. Wahrscheinlich ruft mich in ein paar Jahren der Verstand zur Ordnung, aber im Moment lebe ich mit meinem intuitiven Charakter, ganz gleich, wohin er mich auch führen mag!

Zu den Sprachbarrieren kann ich nur sagen, dass sie die Reise erst so richtig spannend machen! Ich möchte gerne neue Menschen kennenlernen, denen ich unter normalen Umständen nie begegnet wäre. So kann ich auf sie zugehen und muss mit allen Mitteln eine Verständigung zuwege bringen.


8.       Eine junge Frau allein auf grosser Reise… ist das nicht zu schwer oder ist es vielleicht manchmal sogar ein Vorteil?

Ich denke beides! Viele Leute glauben, dass eine Frau alleine nicht zu denselben Dingen in der Lage ist wie ein Mann. Wenn wir aber wollen, können wir genausoviel leisten. Man muss ein Problem nur anders angehen und nach Alternativen suchen. Der grosse Vorteil ist, dass die Menschen eine alleinreisende Frau sehr offener und ohne Vorbehalte aufnehmen. Die meisten sehen in mir eine Art Tochter und wollen mir helfen! Als Nachteil würde ich nennen, dass man sich vor eventuellen Agressionen in Acht zu nehmen hat. In diesem Sinne ist es sehr beruhigend, mit einem Hund zu reisen!

Trotzdem denke ich, dass ein Pferd Türen öffnet. Egal ob es einen Reiter oder eine Reiterin mitbringt. Was zählt, ist was man ausstrahlt, dass man offen ist und nicht an den paar Tagen festhält, wo man abgewiesen wird. Dann sollte man einfach hoffen, dass auch diese Leute eines Tages, ihre Blicke und Herzen für Reisende öffnen können.

9.       Du schwärmst geradezu von der Gastfreundschaft der Leute - was war denn deine schönste Begegnung?

Also, da weiss ich nicht, ob ich eine Antwort geben kann! Wie soll ich aus Tausenden von interessanten, unerwarteten und bewegenden Begegnungen auswählen - eine war schöner als die andere!

10.    War es nicht vielleicht die Begnung, die dich zu dem Umweg über Österreich verleitet hat? Wer war das und wie kam es dazu, dass du deine Route geändert hast?

Ja, das könnte gut sein. Ich habe in Tschechien jemanden getroffen, der mir von einer Weltenbummlerin erzählt hat, die ich unbedingt treffen müsste. Ich lasse mich gerne leiten und folge den Zufällen. Ich habe dann nicht wirklich überlegt; daher mag ich es auch nicht, meine Route im Voraus festzulegen, denn oftmals bringen spontane Begegnungen oder auch der Zufall wundervolle Dinge zustande. Ich lasse solche Gelegenheiten nicht vorbeiziehen und wäre ich diesem Rat hier nicht gefolgt, so hätte ich es sicher mein Leben lang bereut, diese Begegnung versäumt zu haben.

11.    Wie ist die Bilanz einer Reise mit unbeschlagenen Pferden?
Positiv!

Die Pferde haben gesunde Beine - ja sie sehen sogar besser aus als vor der Reise. Man muss sich ihrem Rhythmus anpassen und unser Tagesdurchschnitt lag ungefähr bei 20 km. Am Anfang habe ich regelmässig Easyboots benutzt und dann immer weniger.

Einziger Minuspunkt: 8 Easyboots anzulegen und wiederabzunehmen und aufzupassen, dass man sie nicht verliert. Sie wiederfinden, wenn man sie verloren hat. Das kann einem schon Kopfzerbrechen bereiten.

Trotz allem denke ich aber, dass ich auch weiterhin mit Barhuf-Pferden reiten und die Easyboots immer seltener benutzen werde.

12.    Und wie soll es nun weitergehen? Wann willst du wieder los? Und willst du dich wieder alleine mit Gitan auf den Weg machen? Oder nimmst du Lindsay doch noch einmal mit oder ein anderes Packpferd oder ist gar ein zweibeiniger Weggefährte vorgesehen?

Ich habe noch kein Datum für den Aufbruch festgelegt. Aber eines steht fest: ich werde mich nicht mehr alleine auf den Weg machen, auch wenn es dann vielleicht ein wenig länger dauern kann. Ich habe während dieser Reise viel über mich selbst gelernt und ich habe verstanden, dass ich den Rest des grossen Abenteuers gerne mit jemandem teilen möchte. Ich gebe mir jedoch noch ein bisschen Zeit, wer weiss, was sich zufällig ergeben mag, auch wenn ich dem Zufall hin und wieder gerne unter die Arme greife. Sicher ist es nicht einfach, jemanden zu finden, der dieselben Werte hat wie ich, der bereit ist, Monate lang unterwegs zu sein, ohne zu wissen, was auf uns zukommt.

Ich nehme mir also Zeit, darüber nachzudenken, Zeit, um einen Mitreiter zu finden und um auch mein vierbeiniges Team wieder zu vervollständigen. Lindsay wird vielleicht von der Partie sein, vielleicht auch nicht. Das werdet ihr bald erfahren. Aber eines steht fest: ich werde wieder aufbrechen und das alleine zählt.

13.    Und zum Schluss: was möchtest du den Lesern, die im Laufe deiner Geschichte ins Träumen gekommen und von der Abenteuerlust gepackt worden sind, mit auf den Weg geben?

Hört auf Eure Herzen! Nimmt die Dinge in die Hand, denn nichts passiert von alleine. Man sagt ständig, dass die Zeit wie im Flug vergeht, aber tut trotzdem nichts, um sie besser zu nutzen. Mit gutem Willen und Menschenverstand ist alles möglich und für jedes Problem gibt es auch eine Lösung. Steht zu Euren Überzeugungen, man muss niemandem etwas beweisen. Dafür ist das Leben zu kurz!

Meiner Ansicht nach, muss jemand, der hoch zu Ross reisen möchte, nicht nur Reiter, sondern in erster Linie Pferdemensch sein!

 

Und mit dieser von Herzen kommenden Idee, wünschen wir unserer Wanderreiterin und  Ihrem kleinen "Nomadenteam" alles Gute, eine erholsame Pause und den richtigen Wind in den Segeln (bzw. der Mähne!), wenn es wieder Losreiten heisst!

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Für all diejenigen, die von der Wanderreitlust angesteckt wurden, hat Jessica einen kurzen Überblick über unsere Nachbarländer und das dortige Reiterleben geschrieben:

 

Frankreich/Elsass

 

Hier gibt es nicht viel zu sagen, ausser, dass das Elsass wohl nicht die gastfreundlichste Region Frankreichs  ist… 

Deutschland

Als ich ins mir bis dahin unbekannte Deutschland gekommen bin, hatte ich eine ganze Reihe von Vorurteilen im Kopf, aber letzten Endes kann ich eine sehr positive Bilanz von unserem Nachbarland ziehen! Besonders Bayern, wo die Leute unglaublich offen, neugierig, gastfreunlich, aufmerksam und hilfsbereit sind, hat mir sehr gut gefallen. Auch die Schwarzwalddurchquerung ist eine sehr schöne Erinnerung, obwohl es ständig auf und ab ging und sehr heiss war. Aber die typische Landschaft ist ein Traum.

 

 

 

Lindsay und Gitan vor einer Höhle am Donauufer

 

Tschechien 

Während langer Tage ist der Regen unser ständiger Begleiter. Trotzdem haben wir die wunderschönen Landschaften Böhmens ausgiebig genossen. Hier ist alles einfacher für einen Wanderreiter. Zahlreiche nicht betonnierte Strassen, der Tourismus zu Pferd entwickelt sich langsam und so konnten wir auf gut präparierten Reitwegen unsere Reise verfolgen. Wenig Zäune und man kann die weiten Felder problemlos durchqueren… ein kleiner Galopp gefällig?!

Trotz der Sprachbarriere empfinde ich die Leute als genauso offen und freundlich, wie ich es mir vorgestellt habe. Es war nicht einfach, mich verständlich zu machen, obwohl die jüngeren Leute ein wenig englisch sprechen und vor allem entlang der deutschen Grenze auch deutsch gesprochen wird. Ich hatte ein kleines Heft bei mir, in dem ich mir die nützlichsten Sätze hatte übersetzen lassen. Jeden Abend wurde ich wie ein Ehrengast behandelt. Die Leute sind sehr arm und haben nicht besonders viel zum Leben, aber sie hätten auch ihr letztes Hemd gegeben, um mich, meinen Hund und mein Pferd zu füttern: oft hat man es abgelehnt, dass ich mit meinen Tieren im Stall schlafe!

Österreich

Ursprünglich war Österreich auf unserer Reiseroute nicht vorgesehen; eine Begegnung der besonderen Art, die ich in Tschechien hatte, hat mich in dieses kleine Land geführt. Ich bin an der tschechichen Grenze entlang geritten und war angenehm überrascht. Österreich bietet ein enormes Netz an Wander- und Reitwegen, die gepflegt werden, aber nicht geteert sind. Endlose Wälder, in denen man sich verlaufen oder verreiten könnte. Und auch hier konnte ich mich auf die Leute, die ich kennengelernt habe, verlassen.

Slowakei

  Ein kleines Land mit einem enormen Potential für das Wanderreiten. Wild und unberührt. Wunderschöne Monumente und Kirchen! Ein armes Land, wo viele Dörfer Ruinen sind. Unglaublich grosszügige Menschen. In Österreich hat man mir quasi täglich davon abgeraten, durch die Slowakei zu raten. Ich bin froh, dass ich nicht auf diesen Ratschlag gehört habe und wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Konflikte der Vergangenheit die Zukunft dieses Landes nicht weiter überschatten!

Zu Pferd ein Traum! Kein Teer, sondern grasbewachsene Ufer, die sich über Hunderte von Kilometern erstrecken. 

 

 

 

 

 

 

Trotz der Hindernisse, die es im  Laufe der Reise zu überwinden galt, ist Jessica alles andere als entmutigt und zieht eine - wenn auch Zwischenbilanz, da die Reiselust sie sicher nicht lange zu Hause ruhen lassen wird! - sehr positive Bilanz:

Die Annäherung dieser östlichen Länder an Europa, ist ein guter Anlass für mich, meine grosse Reise über die Grenzen hinweg fortzusetzen. Ich freue mich darauf, wieder loszuziehen und neue Länder zu entdecken, die Reisenden soviel zu bieten haben - vor allem, wenn man aus einer Welt kommt, wo es an Einfachheit und Natur mangelt. Gitan, Yok und ich werden noch einige Überraschungen vor uns haben. Aber jetzt muss erst einmal das Team wieder vollzählig sein und dann nichts wie los!

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... und wir freuen uns auf Neuigkeiten auf diesem Weg nach Nord-Osten im Rhythmus der Hufe... denn Jessica ist mittlerweile wieder unterwegs !

Wer gerne mehr über Jessicas grosse Reise erfahren, Fotos anschauen oder das Buch Ihres ersten Wanderritts bestellen möchte, kann dies auf ihrem Blog tun: http://suisse-russie.over-blog.com/ 

 


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Gespeichert 11.01.2010


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